Stadt Münster: AWM - Biovergärung

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Standorte und Anlagen

Die Biologische Verwertungsanlage

Bei der Anlieferung werden die Bioabfälle abgekippt und von einer Mühle zerkleinert. Ein Magnet trennt metallische Störstoffe ab. Eine Siebtrommel sortiert weitere Störstoffe aus. Diese gehen zur weiteren Behandlung in die mechanische Restabfallaufbereitungsanlage.
Der zerkleinerte Bioabfall wandert in einen Faulbehälter, wo er einer anaeroben Behandlung (= ohne Sauerstoffzufuhr) unterzogen wird. Im Zuge der Vergärung setzt sich aus dem organischen Abfall Biogas frei. Aus dem Gas wird im Blockheizkraftwerk der AWM Strom und Wärme produziert.
Der übriggebliebene Gärrest wird mit zerkleinerten Grünabfällen vermischt. Diese Mischung zersetzt sich in der Intensivrotte innerhalb von ca. zwei Wochen. Bei Bedarf werden Wasser und Sauerstoff zugesetzt. Nach der abschließenden Nachrotte (ca. zwei Wochen) und Feinaufbereitung ist aus den Bio- und Grünabfällen gütegesicherter Qualitätskompost geworden.


Annahmebereich

Rund 70 Tonnen Bioabfall aus den braunen Bioabfalltonnen und 25 Tonnen Grünabfälle aus der Grünabfallsammlung werden hier jeden Tag von den Abfallsammelfahrzeugen angeliefert und am gleichen Arbeitstag verarbeitet. Dabei dringen keinerlei Emissionen nach außen. Eine Luftschleieranlage sorgt dafür, dass selbst bei geöffneten Türen keine Abluft nach außen dringt. Die Abluft in der Halle wird abgezogen, über einen Biofilter gereinigt und zum Teil für die Belüftung der Rottetunnel eingesetzt. Im Annahmebereich sieht man nicht nur sortenreine Bioabfälle, sondern auch das ganze Maß an Störstoffen, die sich im Bioabfall befinden und im weiteren Prozess aufwendig sowie kostenintensiv aussortiert werden müssen: Plastiktüten, kompostierbare Folienbeutel, Konservendosen, Messer, Schuhe ... Rund 1.600 Tonnen Störstoffe (davon rund 18 Tonnen Metall) befinden sich aktuell in der jährlichen Bioabfallsammelmenge von rund 16.000 Tonnen.

Vergärung

In einem 24 Meter hohen Faulbehälter wird der zerkleinerte Bioabfall vergoren. Eine Pumpe sorgt dafür, dass die Gärstoffe im Faulbehälter kontinuierlich durchmischt werden – rund 600 Tonnen werden so pro Tag unter einer Druckkraft von rund 100 bar bewegt. Der Vergärungsprozess im Faulbehälter läuft unter Luftausschluss und Beteiligung verschiedener Gruppen von Mikroorganismen (z. B. Bakterien) ab. Dabei wird Biogas freigesetzt, das über eine Gasentnahmeleitung zum Blockheizkraftwerk der AWM fließt und hier für die Strom- und Wärmeproduktion eingesetzt wird. Übrig bleibt ein Gärrest, der mit zerkleinerten Grünabfällen vermischt wird. Rund 100 Tonnen dieses Gemisches gehen täglich anschließend in die Intensivrotte.

Rotte

Die Mischung aus dem Gärrest der Bioabfälle und aus zerkleinerten Grünabfällen geht in einen zweistufigen Rotteprozess. Die erste Phase ist die Intensivrotte. In geschlossenen Rotteboxen zersetzt sich das Material unter aktiver Steuerung der sauerstoffhaltigen Belüftung und Befeuchtung. Dabei wird das Material einmal per Radlader umgesetzt. Während des Zersetzungsprozesses entstehen Temperaturen von 65 Grad, Keime und Unkrautsamen werden dabei abgetötet. Vor Übergang in die zweite Phase wird das Material erneut per Radlader umgesetzt. In der zweiten Phase (Nachrotte) wird der Frischkompost innerhalb von rund zwei Wochen in Rottetunneln zu Fertigkompost. Dabei wird er regelmäßig maschinell gewendet und belüftet, so dass ein Temperaturausgleich im Kompost stattfindet und der biologische Rottevorgang langsam abnimmt. Im letzten Schritt des Verarbeitungsprozesses wird der Kompost feinaufbereitet und konfektioniert.

Feinaufbereitung

Nach einem Rotteprozess von insgesamt rund vier Wochen geht das Kompostprodukt in die Feinaufbereitung. Über mehrere Stufen werden hier Strukturmaterial und letztmalig Störstoffe wie Metalle (jährlich rund 3 Tonnen) sowie Glas, Steine und Keramik (jährlich etwa 100 Tonnen) ausgesiebt. Folienstücke (jährlich rund 10 Tonnen) werden per Windsichtung abgezogen.
Vor kleinsten Störstoffen (z. B. Plastikfetzen, Reste von kompostierbaren Folienbeuteln) kapituliert aber selbst unsere hochmoderne Anlagentechnik. Diese können die Qualität des Endprodukts gefährden. Deshalb ist es so wichtig, dass über die Biotonne ausschließlich organische Abfälle entsorgt und zur Sammlung der Bioabfälle keine Plastiktüten verwendet werden. Auch die so genannten "kompostierbaren Folienbeutel" sind keine Alternative. Sie stellen ebenfalls einen Störstoff dar und müssen aufwendig und kostenintensiv aussortiert werden. Kleinste Fetzen verbleiben im Kompostendprodukt, denn das Material verrrottet nicht ausreichend schnell. Können die Fremdstoff-Grenzwerte nicht eingehalten werden, erfüllt das Kompostendprodukt nicht mehr die erforderlichen Gütekriterien und muss als Restabfall entsorgt werden.

Standorte und Anlagen

 

Adresse, Anfahrt, Öffnungszeiten

Abfallwirtschaftsbetriebe

Tel. 02 51/60 52 53
Fax 02 51/60 52 48

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