Radtour „Energiewende erFAHREN“ besucht die awm
Acht Tage, mehrere Etappen und zahlreiche Praxisbeispiele für erneuerbare Energien: Am Sonntag, 28. Juni 2026, startete die Radtour Energiewende erFAHREN des LEE-Regionalverbands Münsterland in Münster. Die Tour führt bis nach Schwerin und macht unterwegs Station bei Anlagen, Unternehmen und Projekten, die zeigen, wie Energiewende konkret umgesetzt wird. Auf der ersten Etappe gehörte auch unser Standort Coerde mit der Zentraldeponie II dazu.
Mehr als 60 Teilnehmende machten am awm-Standort Halt und erhielten Einblicke in praktische Beispiele der Energiewende: von Energiegewinnung aus Deponiegas, Biogas und Klärgas über Photovoltaik bis hin zur schrittweisen Elektrifizierung unserer Fahrzeugflotte.
Durch das Programm führte unsere Unternehmenssprecherin Manuela Feldkamp-Bode. Nachdem die Teilnehmenden von ihren Rädern abgestiegen waren, ging es zunächst in unsere Werkstatthalle. Dort begrüßten Arno Minas, Nachhaltigkeitsdezernent der Stadt Münster, und Dr. Daniel Baumkötter, technischer Betriebsleiter der awm, die Gruppe. Anschließend ordnete Thomas Möller, Leiter der Stabsstelle Klima der Stadt Münster, den Besuch bei den awm in den größeren Zusammenhang ein: Er zeigte auf, wie Münster auf dem Weg zur Klimastadt vorankommen will und warum dafür viele konkrete Beiträge aus Stadtverwaltung, Unternehmen und Stadtgesellschaft zusammenwirken müssen.
Daran knüpften Dr. Daniel Baumkötter, Simon Nießen und Dr. Christoph Baumann mit Beispielen aus der Praxis der awm an. Ihr gemeinsamer Fokus: Abfallwirtschaft ist längst nicht mehr nur Sammeln, Transportieren und Entsorgen. An unseren Anlagen werden Stoffströme behandelt, Ressourcen gesichert und Energie gewonnen. Damit leisten wir als kommunaler Betrieb einen praktischen Beitrag zur Energiewende, direkt vor Ort und eingebunden in die Infrastruktur der Stadt.
Besonders anschaulich wurde das am Beispiel des Blockheizkraftwerks am Standort Coerde. Dort nutzen wir Deponiegas, Biogas und Klärgas und erzeugen daraus jährlich rund 13,5 Millionen Kilowattstunden Strom sowie 6,5 Millionen Kilowattstunden Wärme. Der Strom versorgt unter anderem den Gesamtstandort des Recycling- und Entsorgungszentrums sowie die benachbarte Kläranlage. Ein Teil wird ins öffentliche Netz eingespeist.
Beim anschließenden Rundgang wurde aus den Vorträgen Praxis zum Anfassen. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in unsere Fahrzeugflotte, die wir in Teilen bereits elektrifiziert haben und mit Blick auf klimafreundlichere Antriebe weiterentwickeln. Am Blockheizkraftwerk wurde sichtbar, wie technische Anlagen am Standort zusammenwirken. Auf der Zentraldeponie II zeigte sich anschließend, wie wir einen ehemaligen Deponiestandort rekultivieren und weiterentwickeln: mit technischer Infrastruktur, Photovoltaik sowie Lebensräumen für Tiere und Pflanzen.
Die Station bei uns machte deutlich: Energiewende entsteht nicht nur durch einzelne Großprojekte. Sie entsteht auch dort, wo bestehende kommunale Infrastruktur intelligent genutzt und weiterentwickelt wird. Schritt für Schritt, technisch anspruchsvoll und mit direktem Nutzen für Münster.