Stadt Münster: AWM - Verfahren zur Sickerwasserreinigung patentiert

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Verfahren zur Sickerwasserreinigung patentiert

Optimierte Sickerwasserreinigung - 230.000 Euro Kosteneinsparung jährlich

AWM-Betriebsleiter Patrick Hasenkamp, AWM-Projektleiter Christian Lüke und Pro-Entec-Projektleiter Norbert Schulmeyer zeigen die Patenturkunde

Freude über die Patenturkunde

Aus Niederschlagswasser und Eigenfeuchte der Abfälle in Deponien entsteht Sickerwasser, das mit Schadstoffen belastet ist. Erst wenn es so aufbereitet ist, dass bestimmte Grenzwerte eingehalten sind, darf es zur finalen Reinigung in die Kläranlage geleitet werden. Wie lassen sich die Kosten für die Reinigung des Sickerwassers aus den Zentraldeponien I und II reduzieren und gleichzeitig ein ökologischer Mehrwert erzielen? Mit dieser Frage wandten sich die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster 2012 an die Firma PRO-ENTEC.  

In intensiven Laborphasen und technisch umfangreichen Praxistests haben die AWM und PRO-ENTEC in der Sickerwasserreinigungsanlage der AWM ein innovatives Verfahren entwickelt und geprüft. "Das Ergebnis ist ein Erfolg auf ganzer Linie. Unsere Anlage wurde für dieses innovative Sickerwasserreinigungsverfahren patentiert", berichtet unser Betriebsleiter Patrick Hasenkamp. 

Schadstoffreduzierung im Abwasser

Die Aufbereitung des Sickerwassers erfolgt durch eine biologische Behandlung. Im Anschluss werden Schlamm und Abwasser in der Nachklärung getrennt. Innovativ sind an dem patentierten Verfahren zwei wesentliche Änderungen.

Bislang war das Verfahren insbesondere deshalb sehr kostenintensiv, weil in der finalen Phase der Abwasseraufbereitung relativ viel Aktivkohle zur Reinigung verbraucht werden musste, um die Schadstoffe im Abwasser entsprechend der Grenzwerte zu reduzieren.  

 "In dem neuen Verfahren werden jetzt über einen Zulauf Fäll- und Flockmittel in einem Mischrohr zugegeben. Das Abwasser wird intensiv mit entspannter Luft vermischt. So lagern sich Gasbläschen an den Feststoffteilchen an, die leichter sind als Wasser und aufschwimmen", erklärt Norbert Schulmeyer, Projektleiter bei Pro Entec. Auf der Oberfläche bildet sich eine Schlammschicht, die abgezogen und zu 100 Prozent  zurück in die biologische Behandlung gegeben wird. Dort werden bis zu 95 Prozent als Nährstoffe von Mikroorganismen  verwertet.

"Wir reduzieren den Schadstoffgehalt im Abwasser deutlich und müssen so im letzten Schritt der Abwasseraufbereitung weitaus weniger Aktivkohle einsetzen", unterstreicht unser Projektleiter Christian Lüke.  

65 Prozent weniger Schlamm

Außerdem neu ist, dass der Schlamm nicht mehr nass entsorgt, sondern vorher eingedickt wird. So reduziert sich die Menge des in entsprechenden Sondermüllaufbereitungsanlagen zu entsorgenden Schlamms um 65 Prozent", erläutert Lüke.

Durch das neue Verfahren sparen die AWM jährlich rund 230.000 Euro ein.


 

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