Stadt Münster: AWM - Grundlagen für Abfallgebührenvergleich in Münster nicht zutreffend

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Grundlagen für Abfallgebührenvergleich in Münster nicht zutreffend

Bund der Steuerzahler NRW errechnet für Münster Spitzenplatz
Standard-Kenngrößen treffen nicht Gegebenheiten der Stadt

Müllabfuhr

Jährlich listet der Bund der Steuerzahler NRW (BdSt NRW) die preiswertesten und teuersten NRW-Städte und -Gemeinden im Bereich der Abfallentsorgung auf. In den für 2016 veröffentlichten Zahlen wird die Stadt Münster in diesem Bereich als teuerste Kommune aufgeführt. Ebenso wie im vergangenen Jahr ist die Darstellung des BdSt NRW nicht korrekt.

Fakt ist, dass die Grundlagen des Abfallgebührenvergleichs für Münster nicht zutreffend sind. Der BdSt NRW hat für den Vergleich unter den Kommunen bei der jährlichen Restabfall- und der Bioabfallgebühr folgende Parameter zugrunde gelegt: Vier-Personen-Haushalt, 120 Liter Tonnenvolumen und 14-tägliche Abfuhr. Das entspricht nicht den Gegebenheiten in Münster. Bei einer sachlich korrekten Berechnung liegt Münster im Mittelfeld.

In der Bioabfallsammlung in Münster haben von insgesamt 41.000 Gefäßen rund 80 Prozent ein geringeres Fassungsvermögen als 120 Liter. Zudem wird die Biotonne nicht alle 14 Tage, sondern wöchentlich abgefahren, um insbesondere im Sommer bei hohen Temperaturen Gerüche und Madenbildung in der Tonne zu minimieren. Grünschnitt kommt nicht in die Biotonne, dafür gibt es zusätzlich alle vier Wochen die kostenfreie Grünabfuhr.

Bei der Restabfallsammlung sieht es ähnlich aus. Auch hier entspricht der Gebührenvergleich nicht der Realität in Münster. Rund 55 Prozent der Restabfallgefäße in Münster fassen weniger als 120 Liter. Tonnen mit einem Volumen von 120 Litern stehen in Münster fast ausschließlich vor Mehrfamilienhäusern. „Die Abfallwirtschaftsbetriebe bieten den Bürgerinnen und Bürgern mit der Restabfall-, Bio- und Papiertonne sowie dem gelben Sack ein ausgereiftes System zur Mülltrennung, das für einen Vier-Personen-Haushalt keine Behältergröße von 120 Litern erfordert“, unterstreicht AWM-Betriebsleiter Patrick Hasenkamp. Das hat eine erfreulich hohe Abfallverwertungsquote von über 80 Prozent zur Folge.

Der Großteil der Münsteraner Haushalte mit vier Personen hat eine 60-Liter-Restmülltonne und eine 35-Liter-Biotonne. Hätte der BdSt NRW diese Tatsachen in seiner Berechnung berücksichtigt, wären 232,44 Euro inklusive Grundgebühr und nicht die aufgelisteten 564 Euro dabei herausgekommen. Mit 232,44 Euro liegt Münster im NRW-Abfallgebührenvergleich im Mittelfeld.

Und das, so Hasenkamp, sei auch völlig in Ordnung. Die AWM garantieren ihren Bürgerinnen und Bürger nachhaltige Verwertung und Entsorgung im Sinne des Umweltschutzes.
Und: Nicht vergessen werden darf, dass in den 232,44 Euro eine Reihe an Leistungen enthalten sind, die der Bürger gebührenfrei in Anspruch nehmen kann und für die andere Kommunen Extra-Gebühren verlangen. Angefangen bei der gebührenfreien Papiertonne über die Nutzung unserer elf Recyclinghöfe bis zur vierwöchentlichen Sperrgutabfuhr.


 

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