Stadt Münster: AWM - Abfallgebühren: Anstieg nach zehnjähriger Gebührenstabilität

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Abfallgebühren: Anstieg nach zehnjähriger Gebührenstabilität

Wirtschaftsplan 2020: Einsparungen durch Übernahme und Optimierung des Anlagenverbundes wirken langfristig

Prozentuale Verteilung der Gebühren: Von 1 % für die Papierkorbentleerung bis zu 34 % für die Restabfallvorbehandlung und Entsorgung

Prozentuale Verteilung der Gebühren

Rund 22 Euro pro Monat betragen die Abfallgebühren in Münster ab 2020 für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt. Im Vergleich zu 2019 ist das ein Anstieg um rund 12,6 Prozent. "Seit 2010 und damit über einen Zeitraum von zehn Jahren ist es uns gelungen, die Abfallgebühren in Münster trotz allgemeiner Preissteigerungen stabil zu halten. Jetzt allerdings müssen wir die Preissteigerungen auch an die Kunden und Kundinnen weitergeben. Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt sind das ca. 2,34 Euro pro Monat", erläuterte Stadtrat Matthias Peck bei der Vorstellung des Wirtschaftsplans der städtischen Abfallwirtschaftsbetriebe (AWM).  

Gemessen an der tatsächlichen Kostenentwicklung (allgemeine Teuerungsrate und tarifliche Lohnerhöhungen) der vergangenen zehn Jahre würde die Gebührenerhöhung rund 17,5 Prozent betragen. "Dass wir tatsächlich bei 12,6 Prozent sind, hat mehrere Gründe. Steigende Kosten konnten wir vor allem durch Einsparungen ausgleichen, die wir seit der Übernahme und der Optimierung des Anlagenverbundes am Entsorgungszentrum Coerde seit 2015 erzielen", berichtete AWM-Betriebsleiter Patrick Hasenkamp. "Diese Einsparungen wirken sich weiterhin regulierend auf die Gebührenkalkulation aus", ergänzte Ludger Steinmann, Vorsitzender des AWM- Betriebsausschusses. 

Die zehnjährige Gebührenstabilität ist aber nicht allein auf Einsparungen zurückzuführen. Steigende Kosten konnten zum Teil auch durch Mehreinnahmen bei den Gebühren, resultierend aus den wachsenden Einwohnerzahlen, ausgeglichen werden. Hinzu kamen Erträge aus Auflösungen von Gebührenüberschüssen aus den Vorjahren. Diese Erträge sind jetzt aber deutlich reduziert, was sich auf die Gebührenkalkulation 2020 und voraussichtlich auch 2021 auswirken wird. "Um die allgemeinen Preissteigerungen und steigende Kosten auszugleichen, ist eine Anhebung der Abfallgebühren nicht mehr zu vermeiden", sagte Peck. 

Dass die Abfallgebühren 2020 um rund 9 Prozent steigen werden, hatte Patrick Hasenkamp schon bei der Vorstellung des Wirtschaftsplans 2019 berichtet. "Die weiteren rund drei Prozent beinhalten die Kosten für die Sammlung und Verwertung der Wertstoffe aus der Wertstofftonne. Nachdem wir in Verhandlungen mit den Dualen Systemen Mitte des Jahres den Durchbruch erzielt haben, kommen wir zum 1. Januar 2020 dem langjährigen Wunsch der Politik und der Münsteranerinnen und Münsteraner nach der stadtweiten Einführung der Wertstofftonne nach." Die Kosten für die Wertstofftonne sind in der Restabfallgebühr berücksichtigt. 

Auf ihrem Gebührenbescheid sehen die Grundstückseigentümer in Münster nur die Restabfallgebühr und die Bioabfallgebühr. "Nicht vergessen sollte man aber, dass wir in Münster einen Leistungskatalog erhalten, den es in vielen anderen Städten nicht gibt", erinnerte Ludger Steinmann an Services wie die monatliche Sperrgut- und Grüngutabfuhr, die kostenfreie Abholung von Elektrogroßgeräten, das dichte Netz von elf Recyclinghöfen oder die Papiertonne, die bereits in den Abfallgebühren enthalten sind.  "Wir wollen es den Münsteranerinnen und Münsteranern so einfach wie möglich machen, sich klimaschonend zu verhalten. Dabei spielen die Angebote der Abfallwirtschaft eine maßgebliche Rolle", ergänzte Peck. 

Die allgemeinen Kostensteigerungen wirken sich auch auf die Straßenreinigungsgebühren aus. Diese werden im Vergleich zu 2019 um rund 13,8 Prozent steigen.

Der Wirtschaftsplan 2020 der AWM steht am 26. November im Betriebsausschuss auf der Tagesordnung, der Rat entscheidet im Dezember.


 

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