Stadt Münster: AWM - Bioabfallverwertung im internationalen Fokus

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Bioabfallverwertung im internationalen Fokus

EU-Projekt HOOP: Gäste aus sieben Ländern besuchen AWM

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Internationales Treffen in Münster

Wie lassen sich die Potenziale aus Bioabfall und Abwasser noch effizienter nutzen, wie können Städte noch nachhaltiger wirtschaften? Damit beschäftigt sich das von der Europäischen Union geförderte Verbundprojekt HOOP (Hub of Circular Cities bOOsting Platform to Foster Investments for the Valorisation of Urban Biowaste and Wastewater).

Die Stadt Münster ist mit den AWM in diesem Projekt eine von acht Leuchtturmstädten. Zu einem Ideenaustausch und Wissenstransfer haben die AWM am 22. Juni 35 HOOP-Teilnehmende und -Netzwerkpartner aus insgesamt zehn europäischen Ländern eingeladen – darunter Vertreter aus Italien, den Niederlanden, Norwegen, Finnland, Spanien, Portugal und Griechenland.

Auf europäischer Ebene wurde die getrennte Sammlung von Bioabfällen zum Januar 2024 gesetzlich verpflichtend geregelt. „In Münster setzen wir die getrennte Sammlung bereits seit Anfang der 1990-er Jahre um, bringen also in das HOOP-Projekt langjährige Erfahrungen mit der Sammlung und Verwertung von Bioabfällen ein“, berichtete Dr. Christoph Baumann, HOOP-Projektleiter bei uns. Bei einer Führung durch die Biologische Verwertungsanlage (BVA) und die Kompostierungsanlage in Münster-Coerde haben sich die Teilnehmenden selbst einen Eindruck davon verschafft, wie wir aus Bio- und Grünabfällen wertvolles Biogas zur Produktion von Strom und Wärme gewinnen. Das Endprodukt des Verwertungsprozesses ist gütegesicherter Qualitätskompost, der zum Beispiel von der Landwirtschaft als klimaschonende Alternative zu Kunstdünger und von vielen Münsteranerinnen und Münsteranern im eigenen Garten eingesetzt wird.

Besonders interessiert zeigten sich die internationalen Gäste auch an der Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere der "Aktion Biotonne Münster", und dem Bildungskonzept der AWM. Entscheidend für eine optimale Verwertung der Bioabfälle sind zuerst die Bürgerinnen und Bürger. Je besser sie ihre Bioabfälle trennen, desto besser können wir diese verwerten. Alle Teilnehmenden waren sich einig: Die Aufklärungsarbeit muss schon in den Kitas und Schulen beginnen. „Auch unser Deponie-Erlebnispfad als außerschulischer Lernort zu den Themen Abfall, Energie und Klima hat die Teilnehmenden als ein Projekt zum Nachahmen begeistert“, so Baumann.

Für uns ist die internationale Netzwerkarbeit im HOOP-Projekt auch mit Blick auf die Entwicklung weiterer nachhaltiger Produkte aus Bioabfall wertvoll. „Im Verwertungsprozess entstehen zum Beispiel Gärreste, die noch viel organisches Material enthalten. In einem speziellen Verfahren lässt sich daraus Pflanzenkohle herstellen, die in der Landwirtschaft die Bodengüte verbessern und Kohlenstoff binden kann“, berichtet Baumann.

Am 23. Juni ging die Study-Tour für die Teilnehmenden im Nachbarland weiter. Im niederländischen Almere stand unter anderem um die Verwendung von biobasierten Materialen im Bausektor auf dem Programm.



 

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